Verschiedene Holzarten und die Bauweise von Holzhäusern ermöglichen es, Bauten ganz aus Holz zu errichten, die Jahrhunderte überstehen können.
Einige der ältesten Gebäude der Welt sind aus Holz
Das Kirkjubøargarður, das Königsbauernhaus auf den Färöer, ist seit dem 11. Jahrhundert bis in die Gegenwart durchgängig bewohnt. Im Ort Schwyz in der Schweiz wurde der Hauptteil des Nideröst-Hauses 1175 errichtet. Und in Japan ist Horyuji eine über 30 Meter hohe, fünfstöckige Pagode, die zum ältesten Tempel des Landes gehört, gebaut im Jahr 607. Alle drei Bauwerke haben eines gemeinsam: Die tragende Konstruktion und die Wände bestehen aus Holz.
Damit Holzhäuser ein derartiges Alter erreichen können, müssen besondere Holzarten mit außergewöhnlichen Eigenschaften verwendet werden. Von den bekannten rund 25.000 Arten von Holz werden ohnehin nur rund 800 Sorten gehandelt und verarbeitet. Zwar kommen weltweit aufgrund ihrer Eigenschaften etwa 100 Holzarten für den Hausbau in Frage, doch scheiden davon über 80 aus, weil diese Hölzer viel zu wertvoll und teuer sind.

Zudem sind einige davon als Bauholz ungeeignet, weil viel zu hart. Dazu gehören auch Ipe, Red Ironwood oder das auf den Philippinen beheimatete Nara. Diese Hölzer besitzen eine derart hohe Dichte, dass sie nicht schwimmfähig sind, sondern untergehen wie ein Stein. Zudem werden spezielle Sägeblätter benötigt, um diese Hölzer zu schneiden. Werden aber Möbel daraus gefertigt, überstehen diese teils mehr als 100 Jahre – ohne Lackierung oder einen sonstigen Schutzanstrich.
Diese Eigenschaften muss gutes Bauholz mitbringen
- Das Bauholz soll möglichst formstabil sein, sich also weder biegen noch verwinden.
- Eine Rohdichte von mindestens 480 kg/m3 ist wünschenswert. Optimal ist eine Dichte nahe oder oberhalb der Grenze zum Hartholz, also um 550 kg/m3.
- Die Restfeuchte sollte bei 12 % liegen und 18% nicht überschreiten.
- Für Holzhäuser sollte das Holz möglichst wenig Neigung zu Rissen besitzen.
- Die Quellneigung sollte möglichst gering sein.
Die Dichte des Holzes spielt bei der Setzung ebenso eine Rolle wie die Art der Konstruktion. So wirken die Montagearten der Innenwände als Ständerwerk oder in Holzrahmenkonstruktion ausgleichend. In der Folge werden ungleiche Seitenkräfte vermieden, was verhindert, dass sich das Haus beim Setzen verzieht.

Wohnsicherheit durch die Eigenschaften von Holz
Für tragende Teile und aus Gründen der Feuerbeständigkeit sind laut DIN 1052 nur wenige ausgewählte Hölzer einsetzbar. Überdies müssen diese eine bestimmte Stärke aufweisen, die von der Traglast abhängig ist. Verbaut werden dürfen Hölzer wie:
- Fichte,
- Tanne,
- Kiefer,
- Lärche,
- Douglasie,
- Western Hemlock,
- Southern Pine,
- Yellow Cedar
- Eiche,
- Buche,
- Teak,
- Keruing,
- Merbau,
- Angélique,
- Bongossi,
- Greenheart.
Bei der vorgeschriebenen Stärke des Holzes steht nicht nur die Tragfähigkeit im Fokus. Schließlich gelten für Holzhäuser die gleichen statischen Vorschriften wie bei Bauten nach herkömmlichen Verfahren. Es geht bei der Holzstärke aber ebenso um den Brandschutz. Holz besitzt die Eigenschaft, schlechter entzündbar zu sein, je größer das Volumen ist. Ein dünner Ast steht schnell in Flammen, während ein Baumstamm schwer entflammbar ist. Allerdings: Wenn ein voluminöses Stück Holz brennt, dann dauerhaft, aber langsam.

Versuche haben gezeigt, dass bei Holzstärken im Format eines Baumstamms das Feuer außen mit rund 1.000 Grad Celsius brennt, während im Kern des Holzes lediglich 40 Grad Celsius gemessen wurden. Im Mittelalter wurde im Fachwerkbau häufig Eiche oder Buche für das Fachwerk selbst genutzt. Im modernen Holzhausbau werden diese Harthölzer vorzugsweise im Fensterbau, beim Anfertigen von Parket, im Treppenbau und für fest verbaute Möbel genutzt, denn dieses Laubholz ist viel zu kostspielig.
Welche Hölzer für Türen, Wände, Dachkonstruktionen oder Boden?
Welche Hölzer im Holzhausbau eingesetzt werden, ist generell vom Geschmack des Bauherren und vom Geldbeutel abhängig. Wird eine besonders hohe Belastungsfähigkeit erwartet und der Preis soll zugleich sehr günstig sein, kann auf industriell gefertigte Holzbauteile zurückgegriffen werden. Dazu gehören:
Konstruktionsvollholz – KVH

Hierbei handelt es sich in der Regel um ein Kernholz, das zusätzlich thermisch behandelt wurde. In einem Ofen wird dieses Holz bei rund 200 Grad Celsius heißem Wasserdampf getrocknet und gehärtet. Diese Prozedur bewirkt, dass sich das Holz nicht mehr verziehen oder verwinden kann. Das KVH ist mit einer Keilverzinkung nach Norm versehen, wodurch Längen von deutlich über zehn Metern möglich sind. Dieses sehr hochwertige Bauholz wird bevorzugt für tragende Elemente, Pfetten, Rahmen und Pfosten genutzt.
Brettschichtholz – BSH – Leimbinder / Leimholz
Bei der Herstellung dieses Bauholzes werden Bretter geschichtet und miteinander verleimt. Auf diese Weise sind im Vergleich zum KVH größere Durchmesser möglich, genau wie Längen von 20 Metern und mehr. Auch diese Bauholzart ist mit einer Keilverzinkung versehen und ist in Sichtholzqualität erhältlich. BSH wird für tragende Teile, Rahmen, Pfetten sowie Dachsparren genutzt und ist beliebt im Hallenbau, aber auch bei Brückenkonstruktionen.

Brettsperrholz – BSP – Cross Laminated Timber – CLT
Werden mindestens drei Schichten von Massivholzbrettern kreuzweise miteinander verleimt, vernagelt oder verpresst, wird dieses Bauholz in der Fachsprache Brettschichtholz genannt, kurz BSH. Importiertes BSH trägt oftmals die internationale Bezeichnung Cross Laminated Timber, abgekürzt CLT. Für gewöhnlich beträgt der Kleberanteil 0,6 Prozent oder weniger. Zudem werden genagelte Varianten ebenso angeboten, wie solche, die bei einem Spezialverfahren miteinander verpresst werden, ganz ohne Kleber oder Nägel. BSP ist in Sichtholzqualität verfügbar und kann für Wände, Decken und im Dachausbau eingesetzt werden.

OSB-Platten – Oriented Strand Board
Zur Herstellung von OSB-Platten werden mehrere Schichten grober Holzspäne mit einem Kleber benetzt und unter hohem Druck sowie unter Wärmezufuhr gepresst. Es werden verschiedene Ausführungen hergestellt, wobei OSB3 und OSB4 für unterschiedliche konstruktive Anwendungen eingesetzt werden können.

Holzhäuser erzielen als Effizienzhaus 40 höchste Förderungen
Beim Qualitätssiegel Nachhaltiges Bauen (QNB) werden neben dem Energiebedarf weitere Kriterien des Gebäudes berücksichtigt. Dazu gehören unter anderem Anforderungen an die verwendeten Baustoffe, die Konstruktion sowie Möglichkeiten für Rückbau und weitere Verwertung von Materialien. Welche Anforderungen konkret erfüllt werden müssen, richtet sich nach dem jeweiligen Förder- und Zertifizierungsprogramm.
Förderprogramm Klimafreundliches Bauen kommt 2023
Auch beim Förderprogramm „Klimafreundliches Bauen“ gelten definierte technische und förderrechtliche Voraussetzungen. Ob ein Holzhaus förderfähig ist und welche Förderstufe erreicht wird, hängt von der konkreten Planung und der Erfüllung dieser Kriterien ab.
Schlusspunkt
Ob als naturbelassenes Vollholz oder als industriell gefertigtes Bauholz: Für jeden Zweck und Einsatzbereich findet sich das passende Holz, welches die hohe Haltbarkeit von Holzhäusern garantiert.
